Brustvergrösserung - Kapselfibrose, Kapselkontraktur

Kapselfibrose (Kapselkontraktur):

Das Narbengewebe oder die Kapsel, die sich normalerweise um das Implantat herum bildet, kann sich verhärten und manchmal so zusammenschrumpfen , dass das Implantat gequetscht wird. Dieses Phänomen wird als Kapselfibrose bezeichnet. Die Kapselfibrose tritt am häufigsten nach einer Infektion, einem Hämatom oder Serom auf und ist auch öfter bei Platzierung über dem Brustmuskel zu beobachten. Die Symptome reichen von einem harten oder etwas unangenehmen Gefühl bis zu Schmerzen, Distorsion, Tastbarkeit des Implantats und/oder Verlagerung des Implantats.
Bei starken Schmerzen und/oder Festigkeit ist eine weitere Operation erforderlich, bei der das Kapselgewebe oder das Implantat entfernt und eventuell durch ein neues Implantat ersetzt wird. Nach einer solchen Korrekturoperation kann es jedoch erneut zu einer Kapselfibrose kommen. (Anzumerken sei das diese Korrekturoperation im Normalfall selbst bezahlt werden muss!)

Nach dem Plastischen Chirurgen BAKER lässt sich die Kapselfibrose in 4 Grade einteilen:

GRAD I:

Brust ist weich optisch nichts sichtbar keine Schmerzen.
GRAD II:

Brust etwas fester fällt dem Patienten meist selbst nicht auf
GRAD III:

Brust deutlich fester Implantatrand kann gesehen werden Spannungen und leichte Schmerzen können auftreten.
GRAD IV:

Brust fest und hart zusätzlich Schmerzen Deformierung der Brust durch den inneren Druck der Narben (Kapsel).

Eine Operation ist nur bei Grad 3 und 4 indiziert, dabei sollte immer die gesamte Kapsel entfernt werden, damit das neue Implantat die Chance hat eine zarte Kapsel rund herum zu bilden, ob das Implantat gewechselt wird hängt vom Alter des Implantates ab.

Wie häufig sich so eine Kapselfibrose bildet hängt neben der Operationstechnik auch von der individuellen Reaktion des Körpers auf das Implantat ab. Studien haben auch noch weitere Maßnahmen aufgezeigt, welche die Kapselfibroserate senken können:

  • Verwendung von texturierten Implantaten.
  • Plazierung unter dem Brustmuskel.
  • Verwendung von Wunddrainagen, die Blut- und Flüssigkeitsansammlung rund um das Implantat (Serom) verhindert.
  • Antibiotika Prophylaxe während der Operation zur Verhinderung von (latenten)Infektionen.
  • Kompressions - BH zur festen Stützung damit das Implantat richtig in die präparierteTasche einwächst und sich das texturierte Implantat gut mit dem Körper verbindet.
  • puderfreie Handschuhe während der OP.

Laut einer wissenschaftlichen Arbeit von M.D. John McCurdy, JR., publiziert im Americal Journal of Cosmetic Surgery treten 60 % aller Kapselfibrosen in den ersten 6 Monaten und 90 % innerhalb eines Jahres nach Operation auf.

Bei Vergleich der Implantatlage entstanden in dieser Studie 70% aller Kapselfibrosen bei Plazierung des Implantats über dem Brustmuskel und nur 30% bei Platzierung unter dem Brustmuskel!