Brustvergrösserung - Risiken und Komplikationen

Wie bei jeder anderen Operation sind auch bei einer Brustvergrößerung Risiken und Komplikationen vorhanden. Sie sollten sich über die möglichen Risiken im klaren sein und jegliche Bedenken mit Ihrem Arzt besprechen, ehe die Operation durchgeführt wird.
Die folgenden Informationen stellen Ihnen Mentor und Ihr Arzt zur Verfügung. Sie enthalten wichtige Fakten über Brustimplantate und die mit Ihnen verbundenen möglichen Risiken. Sie sind jedoch nicht als Ersatz für ein Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Arzt gedacht.

Schmerzen:

Nach der Operation kann es zu Schmerzen von unterschiedlicher Intensität und Dauer kommen, welche auch von der Größe, Platzierung und Operationstechnik abhängig sind, später können Schmerzen durch eine Kapselkontraktur auftreten. Die Ursache von Schmerzen sind hauptsächlich der Druck auf Nerven und die Störung von Muskelbewegungen. Wenn Sie starke Schmerzen empfinden, sollten Sie dies Ihrem Arzt mitteilen, der Ihnen entsprechende Schmerzmittel verabreichen wird.

Folgeperationen:

Führen Sie sich vor Augen, dass die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Operation zum Austauschen oder Entfernen des Implantats relativ hoch ist. Auch Probleme wie eine Auslaufen (Kochsalzimplantate) oder Verlagerung des Implantats, Kapselkontraktur, Infektionen und Kalziumablagerungen können die Entnahme des Implantats erforderlich machen. Viele Patientinnen beschließen, das Implantat austauschen zu lassen, aber einige Frauen entscheiden sich gegen ein Ersatzimplantat. Bei Ihnen kann es zu einer kosmetisch unakzeptablen Kräuselung und/oder Faltenbildung der Brust nach der Entfernung des Implantats kommen.

Unzufriedenheit mit dem kosmetischen Ergebnis:

Das kosmetische Ergebnis kann durch Falten-und Knickbildung, Asymmetrie, Verlagerung des Implantats, ungeeignete Implantatgröße, unvorhergesehene Form, Palpabilität des Implantats, ungeschickte Narbenführung, hypertrophe Narbenbildung (unregelmäßige, erhabene Narbe) und/oder ein Gefühl des Schwappens und Wabbelns beeinträchtigt werden. Eine sorgfältige Planung und Durchführung der Operation kann derartige Ergebnisse minimieren, aber nicht immer verhindern.

Infektion:

Eine Infektion kann bei jeder Operation auftreten. Die meisten Infektionen infolge einer Operation treten zwar innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen nach der Operation auf, jedoch kann es jederzeit nach der Operation zu einer Infektion kommen. Infektionen bei Vorhandensein eines Implantats sind schwieriger zu behandeln als Infektionen in normalem Körpergewebe. Wenn eine Infektion nicht auf eine Antibiotika-Behandlung anspricht, muss das Implantat eventuell entfernt werden, und nach Beseitigung der Infektion kann eventuell ein neues Implantat platziert werden. In seltenen Fällen wurde nach der Implantation das toxische Schocksyndrom bei Patientinnen festgestellt. Hierbei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Zustand. Symptome des toxischen Schocksyndroms sind unter anderem plötzliches Fieber und Hautausschlag. In diesem Fall muss sofort ein Arzt zur Stellung der Diagnose und Behandlung aufgesucht werden.

Veränderung der Brustwarzen-Empfindlichkeit:

Die Empfindlichkeit von Brustwarze und Brust kann nach der Implantation zunehmen oder abnehmen. Die Veränderung nach der Operation reicht von hochgradiger Empfindlichkeit bis hin zu Empfindungslosigkeit in der Brustwarze oder der Brust. Die Veränderung kann temporär oder permanent sein und die sexuelle Reaktion oder die Fähigkeit zum Stillen beeinträchtigen.

Hämatom/Serom:

Ein Hämatom ist eine Ansammlung von Blut in einem Körper-Hohlraum und ein Serom eine Ansammlung von Lymphe oder Blutflüssigkeit (in diesem Fall um das Implantat oder um den Einschnitt herum). Ein postoperatives Hämatom oder Serom kann zu einer Infektion und/oder Kapselkontraktur beitragen. Es kann zu einer Schwellung, zu einer Quetschung des Gewebes und zu Schmerzen führen. Wenn ein Hämatom auftritt, wird dies normalerweise kurz nach der Operation der Fall sein. Es kann jedoch auch zu jedem anderen Zeitpunkt nach einer Verletzung der Brust auftreten. Kleine Hämatome und Serome kann der Körper absorbieren, größere machen eine chirurgische Drainage erforderlich, damit sie richtig heilen. Nach der chirurgischen Drainage kann eine kleine Narbe zurückbleiben. Außerdem kann die chirurgische Drainage die Entleerung/Ruptur des Implantats zur Folge haben, wenn das Implantat während der Drainage beschädigt wird.

Stillen:

Zur Zeit ist nicht bekannt, ob eventuell eine kleine Silikonmenge aus der Silikonhülle des mit Kochsalzlösung auffüllbaren Implantats herausdiffundieren und in die Muttermilch gelangen kann. Wenn dies der Fall ist, ist nicht bekannt, welche Wirkung diese auf das Stillen des Säuglings haben kann. Obgleich es zur Zeit kein Verfahren zum Nachweis des Silikongehalts in Muttermilch gibt, hat die Messung des Silikongehalts (einer Komponente von Silikon) keinen Hinweis auf einen höheren Gehalt in der Muttermilch von Frauen mit gelgefüllten Implantaten im Vergleich zu Frauen ohne Implantate erbracht. Hinsichtlich der Fähigkeit zum Stillen nach einer Implantation berichtet eine Studie, dass bis zu 64% der Frauen mit Implantaten nicht zum Stillen in der Lage waren - im Vergleich zu 7% der Frauen ohne Implantate. Der periareoläre Einschnitt (um den Warzenhof) kann die Fähigkeit zum Stillen erheblich reduzieren.

Kalziumablagerungen im Gewebe um das Implantat:

Kalziumablagerungen sind in Röntgenaufnahmen zu erkennen. Verkalkungen bei Implantaten entstehen immer in der Hülle und sind sehr dicht, so können sie nicht mit Verkalkungen die bei brustkrebs entstehen verwechselt werden, denn diese sind sehr fein und entstehen im Gewebe. Ein Brustkrebsverdacht ergibt sich aus der besonderen Architektur der Verkalkung und ist sehr genau definiert. Es könnte jedoch durch eine sehr dichte Verkalkung eine feine Verkalkung überschattet werden, so dass ein weiterer Eingriff zur Durchführung einer Biopsie und/oder Entnahme des Implantats vorzunehmen ist, um eine klare Diagnose zu stellen.

Verzögerte Wundheilung:

In manchen Fällen heilt der Ort des Einschnitts nicht normal.

Expulsion:

Instabiles oder beschädigtes Gewebe über dem Implantat und/oder eine Unterbrechung der Wundheilung kann zu einer Expulsion des Implantats führen, was bedeutet, dass das Brustimplantat durch die Haut kommt.

Nekrose:

Nekrose beinhaltet das Absterben des Gewebes um das Implantat herum. Hierdurch kann die Wundheilung verhindert werden. Eventuell ist eine operative Korrektur erforderlich oder das Implantat muss entfernt werden. Eine Nekrose kann eine bleibende Narbenverformung zur Folge haben. Zu den Faktoren, durch die sich die Wahrscheinlichkeit einer Nekrose erhöht, zählen Infektionen, die Anwendung von Steroiden in der chirurgischen Tasche, Rauchen, Chemotherapie/Bestrahlung sowie übermäßige Wärme oder Kältetherapie.

Brustgewebe-Atrophie/Brustwandverformung:

Der Druck des Brustimplantats kann dazu führen, dass sich das Brustgewebe zusammenzieht und dünner wird. Dies kann geschehen, solange das Implantat vorhanden ist, aber auch nach der Entfernung des Implantats ohne Platzierung eines Ersatzimplantats.

Bindegewebe-Erkrankung:

Es stellte sich die Frage eines möglichen Zusammenhangs zwischen Brustimplantaten und dem Auftreten von Autoimmun- oder Bindegewebe-Erkrankungen, z. B. Lupus, Skleroderma oder rheumatoide Arthritis, weil in der Literatur von Fällen berichtet wird, bei denen eine geringe Anzahl der betroffenen Frauen Brustimplantate hatte. Eine Überprüfung von mehreren großen epidemiologischen Untersuchungen von Frauen mit und ohne Implantaten zeigt, dass diese Erkrankungen bei Frauen mit Implantaten nicht häufiger auftreten als bei Frauen ohne Implantate. Dennoch glauben viele Frauen mit Brustimplantat(en), dass ihre Bindegewebe-Erkrankung durch das (die) Implantat(e) verursacht wurde.

Krebs:

In veröffentlichten Studien wurde festgestellt, dass Brustkrebs bei Frauen mit Implantaten nicht häufiger auftritt als bei Frauen ohne Implantate.

Entleerung/Ruptur:

Brustimplantate entleeren sich, wenn Kochsalzlösung durch ein nicht geschlossenes oder defektes Ventil oder durch einen Riss in der Implantathülle austritt. Die Entleerung des Implantats kann sofort oder progressiv über einen Zeitraum von mehreren Tagen auftreten und ist daran zu erkennen, dass sich die Form oder Größe des Implantats verändert. Einige Implantate entleeren sich (oder reißen!) in den ersten Monaten nach der Implantation, andere nach mehreren Jahren. Zu den Ursachen für die Entleerung eines Implantats zählen unter anderem: Beschädigung durch chirurgische Instrumente während der Operation, Kochsalzlösung, Kapselkontraktur, geschlossene Kapsulotomie, Beanspruchungen wie Traumata oder intensive körperliche Berührung, übermäßiges Ausüben von Druck während der Mammographie, sowie unbekannte/ungeklärte Gründe. Außerdem sollten Sie sich bewusst machen, dass das Brustimplantat Verschleiß unterliegt und sich daher im Laufe der Zeit entleeren oder reißen kann. Ein entleertes Implantat muss operativ entfernt werden und eventuell durch ein neues Implantat ersetzt werden.

Kapselfibrose:

Das Narbengewebe oder die Kapsel, die sich normalerweise um das Implantat herum bildet, kann sich verhärten und manchmal so zusammenschrumpfen , dass das Implantat gequetscht wird. Dieses Phänomen wird als Kapselfibrose bezeichnet. Die Kapselfibrose tritt am häufigsten nach einer Infektion, einem Hämatom oder Serom auf und ist auch öfter bei Platzierung über dem Brustmuskel zu beobachten. Die Symptome reichen von einem harten oder etwas unangenehmen Gefühl bis zu Schmerzen, Distorsion, Tastbarkeit des Implantats und/oder Verlagerung des Implantats. Bei starken Schmerzen und/oder Festigkeit ist eine weitere Operation erforderlich, bei der das Kapselgewebe oder das Implantat entfernt und eventuell durch ein neues Implantat ersetzt wird. Nach einer solchen Korrekturoperation kann es jedoch erneut zu einer Kapselfibrose kommen.

(Anzumerken sei das diese Korrekturoperation im Normalfall selbst bezahlt werden muss!)

(Quelle: Mentor Deutschland GmbH)